1971 – 1975
Lehre als Hochbauzeichner
1976 – 1979
Architekturstudium an der Ingenieurschule Burgdorf
1980
Seminar Farbgestaltung bei Prof. Wemer Spillmann HTA Winterthur
1980 – 1990
Mitarbeit in verschiedenen Büros u.a bei Peter Lanzrein Architekt BSA Thun
1980 – 2002
Schule für Gestaltung Bern Weiterbildungskurse
1990
Gründung Architekturwerkstatt 90 Thun
1990 – 2000
Lehrauftrag an der Fachhochschule für Architektur in Bern
2000
Gründung Johannes Saurer Architekt
2000
Aufnahme BSA (Bund Schweizer Architekten)
2005 – 2022
Mitglied OLK, Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder Kanton Bern
2008
Gründungsmitglied und Präsident Architektur Forum Thun
2012 – 2020
Mitglied Kunstkommission des Kantons Bern
2016
Gastkritik ETH Zürich Professur für Architektur und Entwurf / Gion A. Caminada
2018
Gründungsmitglied Kunstraum Satellit Thun
2021
Vortrag BFH Burgdorf, Zwischenraum
2021
Vortrag BFH Burgdorf, Nachhaltiges Bauen im Bestand
2021
Archithese Swiss Live Perfomance
seit 2022
Mitglied Altstadtkommission Brig-Glis
2023
Vortrag BFH Burgdorf, Nachhaltiges Bauen im Bestand
2025
Vortrag Architektur Forum Thun, ungewöhnlich, gewöhnlich
2026
Gründung Kulturwerkstatt Sattlerei
Neubau Wohnhaus Blumenstein
– Johannes Saurer ist ein Architekt, der das Gras wachsen hört. –
Warum ich das sage? Bei seinen Bauten habe ich immer das Gefühl, dass da einer am Werk ist, der – um es mit einem Wort von Peter Zumthor zu sagen – nahe bei den Dingen ist. Und was wären diese Dinge? Stein, Metall, Ziegel, Holz, Dinge also, mit denen ein Architekt kraft seiner Profession hantiert, aber auch «der Ort» wäre wohl so ein Ding, oder das bereits vorhandene Haus, das umgebaut werden will…
Neubau Primarschulhaus Wildhaus
ANGEMESSEN UND SELBSTVERSTÄNDLICH
Bei Saurers Bauten stellt sich für mich immer sofort der Eindruck des Angemessenen und Selbstverständlichen ein: das angemessene Material, die angemessene Konstruktion, die angemessene Detaillierung. Vielleicht könnte man auch sagen: Er vertraut auf das Einfache. (Und wie wir wissen, ist das Einfache das Schwierige.)
Umbau Bauernhaus Worb
HALTUNG STATT KONJUNKTUR
Es sind jene Tugenden, die in diesen Zeiten, wo der Welt apokalyptische Szenarien drohen, wieder Konjunktur haben. Konjunktur aber, so meine ich, hat Johannes Saurer nie interessiert, in dem Sinn, dass dieses oder jenes nun angesagt oder gerade besonders gefragt wäre. Minimaler Materialverbrauch, Re-Use, Weiterbauen und was der aktuellen Schlagworte mehr sind, tauchen bei ihm nicht erst auf, seit sie sich in Publikationen und Diskussionen gut machen. Sie waren für ihn schon seit seinen Anfängen, als sich im Aufmerksamkeitsgeschäft damit noch wenig Staat machen liess, selbstverständlich.
Umbau Zündkapselfabrik Thun
HOLZBAU UND UMBAUTEN
Schon in frühen Jahren hat sich dies in seiner Auseinandersetzung mit dem Holzbau gezeigt, in der Wohnsiedlung Blüemlimatt beispielsweise, aber auch und insbesondere in den zahlreichen mit viel Aufmerksamkeit durchgeführten Umbauten, wie – um ein eher frühes Beispiel zu nennen – der Zündkapselfabrik in Thun oder – um ein aktuelles herauszugreifen – des ehemaligen Betriebsgebäudes Habegger, die sich uneitel in den Dienst des Vorhandenen stellen.
Neubau Primarschulhaus Wildhaus
WETTBEWERBE
Nicht zu vergessen sind die vielen Wettbewerbe, an denen das Büro teilgenommen hat, darunter viele Schulhäuser. Stellvertretend sei hier dasjenige von Wildhaus im Toggenburg erwähnt. Mit seiner Holzschindelfassade in lokaler Tradition und dem schwach geneigten Satteldach sieht es – mit der entsprechenden Patina versehen – aus, als sei es schon immer dagestanden.
Umbau Fabrikgebäude Thun
HALTUNG
Johannes Saurer ist sich in alledem während seiner ganzen Laufbahn treu geblieben. Man nennt dies, um ein etwas altmodisches Wort zu bemühen, Haltung. Das ist nicht immer bequem (meistens gerade nicht.) Denn wer Haltung hat, der duckt sich nicht beim ersten Widerstand, verbiegt und windet sich nicht, sondern vertritt das, was er oder sie für richtig hält. Dies gilt auch für den öffentlichen Diskurs über baukulturelle und städtebauliche Fragen, den er als Mitbegründer und in seiner langjährigen Tätigkeit für das Architekturforum Thun wesentlich mitgestaltet hat.