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Wohnsiedlung Blüemlimatt

Bauherrschaft: Wohnbaugenossenschaft Blüemlimatt Thun
Adresse: Lauenenweg 22, Thun
Fotos: Christine Blaser

Jahr: 1995 – 1997

Am Altstadtrand von Thun, im Park einer Herrschaftsvilla, steht ein hölzerner, zweigeschossiger Neubaukörper mit sechs Wohneinheiten. Das gemeinsam genutzte Grundstück, umgeben von Hecken und Mauern, ist geprägt von grossen Bäumen und einem Teich. Das herrschaftliche Vorstadthaus wurde in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege sorgfältig saniert und den Anforderungen an unsere Zeit angepasst. Dabei wurde die historische Bausubstanz weitgehend geschont. Mit einer einfachen Bauweise und einem bescheidenen Ausbaustandard wurde versucht, den neu erschaffenen Wohnraum an bevorzugter aber teurer Lage erschwinglich zu machen. Das Anliegen ist die materielle und formale Reduktion. Zum einen werden die Materialien möglichst pur in ihrer ursprünglichen Beschaffenheit verwendet. Dies kommt von aussen und innen durch die mehr oder weniger roh belassenen Böden, Wände und Decken zum Ausdruck. Zum andern erhält das Gebäude eine präzise kubische Form ohne jeglichen Schnörkel, welche in schönem Kontrast zur Natur im umliegenden Park und zur reich dekorierten Villa steht. Innen als auch aussen strahlt das Gebäude Klarheit und Ruhe aus.

Die bis zu 12 Meter langen Holzelemente wurden mit hoher Präzision in einer Zimmerei gefertigt und dann mit wenig Zeitaufwand an Ort und Stelle montiert. Sie bestehen aus wenigen, dampfdiffusionsoffenen Schichten: von aussen nach innen, aus einer rohen Zedernholzschalung, einer Holzlattung bzw. Hinterlüftung, einer Weichfaserplatte, Zellulosedämmstoff sowie einer unbehandelten Gipsfaserplatte.

Die Dachelemente bestehen von unten nach oben aus einer 6 m langen, elementbreiten Dreischichtplatte aus Fichtenholz, die durch eine Schraubpressleimung mit den Bohlen verbunden ist. Der Zwischenraum ist gefüllt mit Zellulosendämmstoff. Durch den direkt mit den Bohlen verschraubten Lärchenriemenboden entstehen flügelähnliche, sehr leichte und trotzdem stabile Deckenelemente. Die naturbelassenen Lärchenfenster wurden aussen angeschlagen und mit einer 1,0 k- Isolierverglasung ausgerüstet.
Einfach Bauen braucht Mut. Die Bauherrschaft hat Mut bewiesen durch den Verzicht auf einige heute übliche Ausbaustandards und Materialveredelungen.

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