Johannes Saurer Architekt BSA

Erweiterung Schulhausanlage Mühlematt Belp

Auftraggeber

Einwohnergemeinde Belp

Landschaftsarchitekt

Visualisierung

Projektwettbewerb

selektiv

Planung

2021

Belp liegt in der Schwemmebene am Ausgang des Gürbetals, flankiert von den bewaldeten Hängen des Längenbergs und Belpbergs. Talaufwärts sieht man bis zur Stockhornkette. Mitten durch das Dorf fliesst die kanalisierte Gürbe. Das Baufeld befindet sich am südlichen Siedlungsrand. Richtung Belpberg steigt das Terrain leicht an. Angrenzend an das fünfeckige Grundstück befinden sich Wohnbauten mit unterschiedlichen Bebauungsmustern. Im Norden, hinter dichtem Baumbestand kaum sichtbar, stehen zeilenförmige Wohnblöcke. Östlich und südlich sind es kleinere Wohnbauten. Der Uferweg der Gürbe mit anschliessender Uferbestockung bildet den Abschluss im Westen. Erschlossen ist die Schule Mühlematt ab der leicht ansteigenden Mühlemattstrasse. Fussgänger und Velofahrer erreichen die Anlage über den Uferweg, die Husmattstrasse, die Thalgutstrasse und die Gurnigelstrasse.
 
Die Schulanlage Mühlematt ist nebst Münsingen das wichtigste und grösste Schulzentrum zwischen Thun und Bern. Es darf als öffentliche Anlage entsprechend präsent sein und selbstbewusst auftreten. In der Mühlematt sollen auch regionale Leichtathletikwettkämpfe stattfinden und die Fussballklubs ihre 1. Liga-Spiele austragen können. Das Rasenspielfeld und die Leichtathletikanlagen entsprechen deshalb genau den wettkampftauglichen Massen.
Sie werden im flachen Teil der Parzelle angeordnet. Der Baukörper des neuen Schulhauses nimmt Bezug zum Rasenspielfeld und bildet den Abschluss der Aussensportanlagen. Er vermittelt die Topografie ausnutzend zum anschliessenden Quartier. Im nördlichen Zipfel der Parzelle steht die Sporthalle als öffentlichster Bau der Schulanlage. Sie ist ähnlich einer Arena ins Terrain abgesenkt. Das Terrain scheint durchzufliessen. Die Fassaden sind auf der Höhe der Fussgänger rundum transparent ausgebildet. Es entstehen interessante Einblicke und Sichtbezüge.
Für den Doppelkindergarten ist im Bereich der Aussensportanlage ein Baufeld reserviert.
Ein neuer Ort mit kraftvollen Beziehungen wird geschaffen. Hier entsteht ein Quartiertreffpunkt.
Hier entsteht Identität.
 
Kräftige Baumgruppen aus hochstämmigen Laub- und Nadelhölzern wie Bergahorn, Baumhasel und Waldföhre stehen im wohltuendem Kontrast zu den Baukörpern. Ihre Kronen bieten lichten Schatten an heissen Tagen und vermitteln zum Gürbeufer. Entlang der Mühlestrasse schliessen in Reihe gepflanzte Spitzahorne das Schulareal ab. Zum Gurnigelweg und zum angrenzenden Wohnquartier vermitteln locker gestreute Bäume und gestufte Hecken.
 
Mit einer filigranen naturbelassenen Holzarchitektur reagieren wir auf die grüne, ländliche Umgebung, aber auch auf die Nutzungen und die Benutzer. Es sollen einfache Gebäude mit einer Klarheit und natürlichen Ausstrahlung sein. Dazu gehört die Rhythmisierung und Plastizität der Fassaden mit horizontalen und vertikalen Elementen. Eine interessante Lichtführung mit einer Variation der Schatten. Alle Sinne werden angesprochen durch: die Farbklänge der unbehandelten Lärchenholzoberflächen und der bunten Vorhänge; die Haptik, das tastende „Begreifen“ der Materialoberflächen; die Akustik und der wohltuende Klang der massiven Holzböden beim Überschreiten. Zur Ausstrahlung gehören auch interessante Sichtbezüge, Durchblicke, Ein- und Ausblicke. Durch die offen gestalteten Treppen werden die vertikalen Bezüge der Geschosse untereinander aufgewertet und gestärkt.